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Der Imkereisektor ist nicht zuletzt aufgrund der Bestäubungstätigkeit der Bienen ein wichtiger Produktionszweig der Landwirtschaft. In Österreich sichern rund 22.000 Imker mit etwa 300.000 Bienenvölkern die Bestäubung der Zier- und Nutzpflanzen. Typisch dabei ist die traditionelle kleinbetriebliche Struktur. "Die Imker mit ihren Bienenvölkern sorgen für eine flächendeckende Bestäubung für heimische Kulturpflanzen und sind damit unverzichtbare Partner der Landwirtschaft, so Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich anlässlich des Tags des Honigs. Der Tag des Honigs wird jedes Jahr am 7. Dezember - dem Gedenktag des Heiligen Ambrosius, des Schutzpatrons der Imker - begangen.
 Tag des Honigs am 7. Dezember (Foto: BMLFUW/KERN)
Der Schwerpunkt der österreichischen Bienenhaltung liegt in den Bundesländern Oberösterreich und Steiermark, wo knapp 45 Prozent der österreichischen Imker beheimatet sind. Den mit 99 Prozent überwiegenden Anteil stellen Nebenerwerbs- und Freizeitimker, die in der Regel 12 Völker bewirtschaften. Berufsimker mit mehr als 150 Bienenvölker gibt es in Österreich nur sehr wenige. Die österreichischen Imker sind in bundes- und landesweit tätigen Bienenzuchtverbänden organisiert, deren Dachorganisation der Verein "Biene Österreich" ist.
70 Prozent des österreichischen Honigs wird in der Direktvermarktung abgesetzt, der Rest über Abfüllbetriebe bzw. Händler. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Honig liegt in Österreich bei 1,3 Kilogramm pro Jahr. Die jährliche Honigproduktion in Österreich liegt zwischen 4.500 und 8.000 Tonnen, wobei der Ertrag stark vom Witterungsverlauf abhängt. 2009 war auf Grund der starken Regenfälle im Sommer unterdurchschnittlich. Österreich exportiert 600 bis 650 Tonnen.
Honigbienen sind die wichtigsten Bestäuber Der Mehrwert, den Bienen mit ihrer Bestäubungsleistung erzielen, lässt sich in Zahlen fassen: 80 Prozent der heimischen Kulturpflanzen werden durch Honigbienen bestäubt. In einem Forschungsprojekt an der Universität für Bodenkultur zur Bestäubungsleistung der Honigbienen fand man beeindruckende Ergebnisse: Bei Pflanzen, die zur Bestäubung und somit zur Befruchtung und Samenbildung auf Insekten angewiesen sind, spielt die Honigbiene die maßgebliche Rolle und ist für eine effektive Nutzung dieser Kulturen unentbehrlich. Der zusätzliche Ertrag durch das Vorhandensein von Honigbienen beträgt bei Raps ca. 1000 Kilogramm pro Hektar, bei Sonnenblumen ca. 800 Kilogramm pro Hektar, bei Kirschen konnte eine Ertragsteigerung um ca. 80 Prozent, bei Zwetschken von ca. 30 Prozent, bei Marillen ca. eine Verdreifachung des Fruchtansatzes nachgewiesen werden.
Förderung des Imkereisektors durch nachhaltige Maßnahmen Der Imkereisektor ist nicht zuletzt aufgrund der Bestäubungstätigkeit der Bienen ein wichtiger Produktionszweig der Landwirtschaft. Primäres Ziel des österreichischen Programms zur Imkereiförderung ist die Erhaltung einer flächendeckenden Bienenhaltung und Imkereiwirtschaft, um die unverzichtbare Bestäubungsfunktion der Bienen für die landwirtschaftlichen Nutzpflanzen und für das gesamte Ökosystem sicherzustellen. Insgesamt wurden während der dreijährigen Förderperiode 2006-2009 in Österreich 3,9 Millionen Euro an Fördergeldern ausgeschüttet. "Biene Österreich", die Dachorganisation der österreichischen Bienenzuchtverbände, hat gemeinsam mit dem Lebensministerium ein nachhaltiges und von der Branche gut angenommenes Förderpaket geschnürt: Der Mix aus investiven Maßnahmen, Bildungs- und Beratungsmaßnahmen, Förderungen für Neueinsteiger in die Imkerei, sowie Maßnahmen zur Kontrolle der Qualität von Honig und Bienenprodukten sorgen für eine gute Akzeptanz bei den Imkerinnen und Imkern. Auch eine Reihe von praxisrelevanten Forschungsprojekten konnten durch das Programm ermöglicht werden.
Besondere Unterstützung für Bio-Imker Im Jahr 2008 wurden an 171 Betriebe Prämien für Bienenstöcke gezahlt, welche in Biologischer Wirtschaftsweise behandelt wurden. Diese erhielten 345.325 Euro für insgesamt 13.813 Bienenstöcke, das sind im Durchschnitt rund 80 Bienenstöcke je Betrieb. Die Betriebe müssen am Agrarischen Umweltprogramm ÖPUL teilnehmen und die Bedingungen für die Biologische Wirtschaftsweise einhalten.
Genuss Region Rosentaler Carnica Honig Innerhalb der erfolgreichen Initiative GENUSS REGION ÖSTERREICH gibt es auch eine Honig Genuss Region. Die Carnica-Biene ist in der Kärntner "Genuss Region Rosentaler Carnica Honig" seit Jahrhunderten beheimatet und gilt als außerordentlich sanftmütig, wabenruhig, widerstandsfähig und ertragreich. Die Bienenhaltung und Bienenzucht hat im Rosental eine lange Tradition, weshalb sich die Vereine der Region zusammengeschlossen haben und die flächendeckende Kleinimkerei im Sinne des Naturschutzes und der Steigerung der regionalen Wertschöpfung fördern. Der Rosentaler Waldhonig - im Glas dunkelbernsteinfarbig - ist im Geschmack kräftig, würzig, etwas herb und hat wenig Süßkraft. Im Blütenhonig hingegen dominiert die Note des Wiesensalbeis. Honig ist als Heilmittel seit mehr als 5000 Jahren bekannt und wird auch als Prophylaktikum und Energielieferant für Geist und Körper genutzt. Die Imker produzieren nicht nur Honig sondern auch besonders wertvolle Zusatzprodukte wie Gelèe Royale, Propolis, Bienenwachs sowie Gebirgs- und Blütenpollen.
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