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Umfrage der ING-DiBa Austria zu den Auswirkungen der Wirtschaftskrise
Dienstag, 11. August 2009 um 10:58 Uhr

Die ING-DiBa Direktbank Austria hat mit ihren acht Schwesterunternehmen der ING Direct eine Studie über die weltweiten Auswirkungen der Wirtschaftskrise in Auftrag gegeben. Dazu wurden in insgesamt neun Ländern jeweils 1.000 Personen u.a. zu ihrem Finanzverhalten, aber auch zu ihren Meinungen über Pensionsalter und Beziehungen befragt.


Wie wird jetzt gespart? (Grafik: ING DiBa)

Sparen heißt's wegen der Wirtschaftskrise? Österreicher sind vorausschauend und legen 290 Euro pro Monat weg

Der Großteil der Bevölkerung quer über den Globus hat die Höhe des monatlichen Sparbetrages nicht wirklich verändert. Eine Ausnahme bildeten bei der Befragung die Italiener: im südlichen Nachbarland mussten bereits 42% der Bevölkerung die Sparbeträge reduzieren. Aber auch in Frankreich heißt es "Gürtel enger schnallen": 40% der Franzosen gaben an, jetzt weniger zu sparen als noch vor sechs Monaten.

Erfreulich und die positive Nachricht Nummer 1: Laut Umfrageergebnis tun sich die Österreicher hier hervor: Bei ganzen 71% ist die Höhe der Sparbeträge gleich geblieben, "nur" 22% haben das Sparvolumen reduziert. Auf die hohe Kante gelegt wird einiges - im Durchschnitt sind es in Österreich derzeit 290 Euro pro Monat, so das Ergebnis der Umfrage im Auftrag der ING-DiBa Austria. Spitzenreiter sind hier die Sparer in Spanien, die jeden Monat im Schnitt 388 Euro weglegen.

Der Großteil der Befragten spart übrigens für den Notfall. An erster Stelle beim "Puffer ansparen" stehen die Österreicher mit 53%, dicht gefolgt von den Deutschen mit 52%. Weniger stimmt man dem im angloamerikanischen Raum und in Australien zu. Für den Notfall sparen hier zwischen 35% und 26%.

Später in Pension wegen der Wirtschaftskrise? Österreicher besonders skeptisch

Die Wirtschaftskrise hat die schon lange bestehende Skepsis hinsichtlich des Pensionsantrittsalters deutlich verstärkt - zumindest in Österreich. Denn hier meinen immerhin 46% der Befragten, dass die Wirtschaftskrise ihren wohlverdienten Ruhestand nun wohl noch länger hinauszögern könnte. Und das durchaus erheblich - 36% rechnen mit fünf Jahren mehr im Erwerbsleben, 6% rechnen mit sechs bis neun Jahren länger und sogar 11% meinen, zehn oder mehr Jahre länger arbeiten zu müssen. Nur etwas mehr als ein Drittel glaubt an das Pensionsantrittsalter nach Plan, 19% sind hier unschlüssig, so das Ergebnis der Umfrage im Auftrag der ING-DiBa Austria.

Anders wird die Situation in Kanada, Großbritannien und Spanien beurteilt, wo der Großteil meint, die Krise hätte keine Auswirkungen auf das Pensionsalter. Bei unseren deutschen Nachbarn glauben immerhin 43% der Befragten, erst später in Pension gehen zu können, 39% sehen hier keine Auswirkungen.

Beziehungsprobleme wegen der Wirtschaftskrise? Österreichische Paare offenbar stabil

Die positive Nachricht Nummer 2: Scheidungsstatistiken hin oder her - 80% der befragten Österreicher konnten durch die Wirtschaftskrise bisher keine negativen Auswirkungen auf ihre Partnerschaft feststellen. Damit scheinen die österreichischen Beziehungen besonders "krisenfest" zu sein. 8% meinen sogar, die Wirtschaftskrise hätte sich positiv bemerkbar gemacht: mehr Zusammenhalt und mehr Romantik wäre nun eingekehrt. Bei den Deutschen stellt sich die Situation sehr ähnlich dar. Etwas weniger stabil zeigen sich die Partnerschaften in den USA, wo knapp ein Drittel angab, durch die Krise negativ beeinflusst worden zu sein.

Weniger "Dates" wegen der Wirtschaftskrise? Österreicher flirten munter weiter

Die positive Nachricht Nummer 3: Auch den Singles scheint die Wirtschaftskrise nicht sonderlich die Laune zu verderben. Mit 62% gaben fast zwei Drittel der Befragten mit Status "Single" an, genau so weiter zu flirten und "zu daten" wie vor der Krise. Aber immerhin 35% haben ihre Dates eingeschränkt.

Interessant hier der Blick über die Grenze: besonders hart scheint die Wirtschaftskrise unsere südlichen Nachbarn getroffen zu haben: Ganze 50% der italienischen Singles sehen sich bei ihren Dates eingeschränkt, in Frankreich und Deutschland sind es jeweils 37%.

Studiendaten zur Studie "Sociological trends around savings"

Institut "TNS/Research International" im Auftrag der ING-DiBa in insgesamt neun Ländern: Österreich, Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien, Italien, USA, Kanada und Australien - Online-Befragung unter jeweils 1.000 Personen ab 18 Jahren pro Land - Befragungszeitraum: 26. Mai bis 9. Juni 2009