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Dienstag, 14. Juli 2009 um 16:56 Uhr |
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Als sich am Sonntag-Morgen des 12. Juli die Tore des Haubiversums in Petzenkirchen öffneten, stand dem Bäckerhandwerk und über 2.500 Besuchern ein besonderer Tag bevor. Sie alle sollten Zeugen einer Tradition werden, die es in Österreich seit über 200 Jahren nicht mehr gegeben hat: dem Bäckerschupfen. Allerdings in einer neuen Form und in einem neuen Zusammenhang.
Im Mittelalter war das Bäckerschupfen alles andere als ein freudiger Anlass für einen Bäcker. Denn es stand all jenen bevor, die zu kleine Brote oder solche von minderer Qualität verkauften. Dabei wurden sie in einem hölzernen Käfig kurz unter Wasser getaucht und dabei von Schaulustigen gehänselt und verspottet. Zuletzt fand es zu diesem Zweck 1773 statt, bevor Kaiserin Maria Theresia diese Strafe durch eine humanere und weniger öffentliche ersetzen ließ.

Heute allerdings steht das Bäckerschupfen für etwas ganz anderes. Denn seit sich der Familienbetrieb Haubenberger dieser Tradition angenommen hat, geht es darum, einmal im Jahr mit einem großen Fest das Bäckerhandwerk und alle seine Freunde zu feiern. "In unserer täglichen Arbeit nutzen wir auch traditionelle Rezepte und beleben sie mit handwerklichem Geschick und aufgeweckten, frischen Ideen neu. Das haben wir jetzt mit dem Bäckerschupfen auch gemacht", sagt Geschäftsführer Anton Haubenberger (Haubi's). So wurden also Lehrlinge, Gesellen und Meister mit einem kurzen "Schupfer" in den Teich für das nächste Jahr im wahrsten Sinne des Wortes aufgeweckt und erfrischt.
Diese neue alte Tradition wurde - wie es bei Haubenberger üblich ist - in aller Öffentlichkeit gefeiert. "Das Haubiversum steht für Offenheit und Transparenz im Bäckerhandwerk. Darum erschien es uns nur passend, auch das Bäckerschupfen zu einem Fest für alle zu machen. Dass so viele Besucher mit uns gefeiert haben und sogar Bäcker- und Konditoren-Kollegen aus Salzburg, Oberösterreich und Wien angereist sind, freut uns natürlich um so mehr." Natürlich erwarteten die Gäste neben dem Zeremoniell im kühlen Nass auch eine Menge Spezialitäten aus der Backstube und eine Bäcker-Olympiade, bei der sich Groß und Klein im fertigen von Handsemmeln, flechten von Mohnweckerln und einem Fahrrad-Parcours mit Bäckerkorb üben konnte.
Am Abend waren sich alle einig: die Vorfreude auf das Bäckerschupfen im nächsten Jahr ist schon jetzt groß. Denn wenn sich alte Tradition mit neuen Ideen verbindet, ist das wirklich für alle ein Genuss. Sei es bei einem tollen Event wie diesem oder beim täglichen Griff ins Brotkörberl.
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