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Anlässlich der anlaufenden Räumung des Hochsicherheitsdepots der Albertina gibt der Direktor der Albertina, Dr. Klaus Albrecht Schröder, folgendes Statement ab:
"Bei der aktuellen Räumung des Depots handelt es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Die Räumung ist zwar logistisch aufwändig und personalintensiv, sie erscheint mir aber unvermeidlich, solange wir die Ursache des Wassereinbruchs nicht kennen und daher den Mangel auch nicht beheben können. Unter den 950.000 Kunstwerken, die sich im betroffenen Depot befinden, sind viele der berühmtesten Arbeiten der Kunstgeschichte.
 Der Direktor der Albertina mit einer der völlig durchnässten Kassetten aus stabilem Leichtkarton. Darin hat sich eines der unschätzbar wertvollen Kunstwerke der Albertina befunden. Das Kunstwerk selbst blieb unbeschädigt (Foto: Albertina Wien)
Die kritische Phase der ersten zwölf Stunden wurde erfolgreich bewältigt. Dies deshalb, weil das Feuchtigkeits-Meldesystem (Leakage-System) präzise in die Sicherheitszentrale das Eindringen von Feuchtigkeit gemeldet hat und bereits vier Minuten nach Meldung die Mitarbeiter des Facility-Teams der Albertina im Depot erste Sicherungsmaßnahmen durchgeführt haben. Dennoch wurden in den ersten Stunden Hunderte Schutzverpackungen der Kunstwerke teilweise bzw. zur Gänze durchnässt. Es ist aber die Nässe, soweit wir bisher erkennen können, in keinem einzigen Fall zum Kunstwerk selbst durchgedrungen. Es gibt bisher keine einzige Schadensfeststellung an einem Kunstwerk.
Von Beginn an bereiten wir uns auf das Worst-Case-Szenario vor, das eine langfristige Auslagerung aller Kunstwerke der Albertina bedeutet. Ein Projektteam wurde damit befasst, ein entsprechend großes Depot außerhalb der Albertina zu adaptieren und einzurichten, so dass unsere Sicherheitsbedingungen und Klimawerte erfüllt sind.
Ich werde aber nicht zögern, die Evakuierung und Räumung des Depots jederzeit zu stoppen und die Sammlung an ihren angestammten Platz zurückzubringen, wenn die Ursache des Wassereindringens bekannt ist und beseitigt werden konnte.
Voraussetzung dafür ist jedoch, dass mir ausreichend umfassende Garantien gegeben werden, die eine Wiederholung dieses Vorfalls ausschließen. Derzeit arbeiten wir gemeinsam mit der Burghauptmannschaft Österreich sowie den planenden Architekten, Technikern und Generalunternehmern, die das Depot errichtet und ausgestattet haben, an der Ursachenfeststellung des Wassereinbruchs.
In jedem Fall sind bei diesem für ein Museum dramatischen Vorfall Systemprobleme aufgetaucht, die ebenfalls Folgen für die zukünftige Lagerung und allfällige Evakuierungen in Notfällen haben werden müssen. Ich stehe in laufendem Kontakt mit der Bundesministerin Frau Dr. Claudia Schmied und der Museumssektion des Bildungsministeriums sowie mit dem Kuratoriumsvorsitzenden der Albertina, Dr. Christian Konrad.
Der Museumsbetrieb ist von dieser Räumung der Depots in keiner Weise betroffen, sämtliche Ausstellungen sind ebenso wie die Habsburgischen Prunkräume uneingeschränkt zugänglich und zu den üblichen Museumsbesuchszeiten geöffnet.
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