|
Die Chemie stimmt: Gemeinsames Signal von SchülerInnen und LehrerInnen für spannenden Unterricht Es raucht, zischt und dampft in den Klassenräumen der Praxishauptschule der PH Salzburg: Über 250 Schülerinnen und Schüler zeigten im Rahmen des 10. Europäischen Chemielehrerkongresses in Salzburg mit hinreißendem Enthusiasmus wie faszinierend Chemieunterricht sein kann. „Die chemische Industrie braucht junge, talentierte Nachwuchskräfte. Es kann nicht früh genug begonnen werden, sie zu fördern und für die Chemie zu begeistern. Das muss bereits in der Schule passieren“, so Dr. Peter Untersperger, Obmann des Fachverbandes der Chemischen Industrie Österreichs, der den Kongress alljährlich sowohl inhaltlich wie fachlich unterstützt.
Plädoyer für mehr Sensibilität in der aktuellen Lehrerdiskussion
Beim Kongress stellten nicht nur Österreichs SchülerInnen selbst ihre Begeisterungsfähigkeit unter Beweis, auch die LehrerInnen beeindruckten mit ihrem Engagement: Im Rahmen der viertägigen Veranstaltung diskutierten sie innovative Ideen und Konzepte für spannenden naturwissenschaftlichen Unterricht. Thema war auch die aktuelle Bildungsdiskussion. Prof. Johann Wiesinger vom Verband der Chemielehrer Österreichs VCÖ und Veranstalter des Kongresses plädiert hier für mehr Sensibilität in der öffentlichen Debatte. „Man sollte nicht alle Lehrerinnen und Lehrer in einen Topf werfen. Wer nicht glaubt, dass es zahlreiche engagierte Lehrerinnen und Lehrer gibt, konnte sich hier beim Chemielehrerkongress eines Besseren belehren“, so Wiesinger.
„Was braucht guter naturwissenschaftlicher Unterricht“, „Die neue Chemikaliengesetzgebung und ihre Auswirkungen auf die Schule“, „Kleine Partikel mit großer Wirkung“ – die Themen, mit denen sich die 600 LehrerInnen aus ganz Europa beim Jubiläumskongress befassten, waren vielseitig. Plenarvorträge von namhaften ExpertInnen und NobelpreisträgerInnen wie Univ.-Prof. Dr. Richard R. Ernst rundeten das Programm ab. Zum Abschluss lädt die Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller in die Residenz in Salzburg.
Siegerehrung des größten naturwissenschaftlichen Projektwettbewerbes
Insgesamt 16.500 SchülerInnen aus Österreich, Ungarn, Deutschland und der Slowakei haben am 10. Projektwettbewerb „Chemie ist Leben“ teilgenommen. Anhand von zahlreichen Projekten zu unterschiedlichen Themen wie „Chemie und Ernährung“ wurde die Bedeutung der Naturwissenschaften im alltäglichen Leben dargelegt. Aufgrund der vielen ausgezeichneten Ergebnisse des Wettbewerbes wurden in diesem Jahr auf dem Kongress neben den acht Hauptpreisen 39 Sonderpreise vergeben.
Fachverband vergibt Pädagogenpreis
Besonders engagierte LehrerInnen würdigt der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs mit dem Pädagogenpreis. Dieser ging in diesem Jahr an Dr. Helga Voglhuber. Gewürdigt wurde ihr Engagement sowohl im schulischen Bereich als auch in der Erwachsenenbildung. Sie war eine der ersten in Österreich, die erkannt hat, wie wichtig es ist, mit der naturwissenschaftlichen Ausbildung bereits im Elementar- bzw. Vorschulalter zu beginnen. Seit 2003 betreibt sie u.a. mit KollegInnen das „Chemobil“ in Kärnten, in dem AHS-LehrerInnen mit Volksschulkindern experimentieren. Darüber hinaus bietet sie viele Fortbildungsveranstaltungen für VolksschullehrerInnen im Bereich Naturwissenschaften-Chemie an.
Forderungen des FCIO: praxisnaher Experimentalunterricht in Kleingruppen
Mit dem Chemielehrerkongress setzten LehrerInnen und SchülerInnen ein deutliches Signal für spannenden naturwissenschaftlichen Unterricht. Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs fordert, rasch Akzente zu setzen.
Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören:
- Förderung der Chemie als lebendiges und erlebbares Thema bereits in der Volksschule - „Fachgegenstand Naturwissenschaft“ in der 1. und 2. Klasse der Sekundarstufe I mit 3 Wochenstunden Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, Physik) – davon 1 Stunde als Übungs- und Experimentierstunde (2 Stunden Unterricht und 1 Stunde für Übungen, d.h. geteilt) - In der 3. und 4. Klasse der Sekundarstufe I: spezielle Naturwissenschaften (2 Wochenstunden Biologie, 2 Wochenstunden Chemie, 2 Wochenstunden Physik) - Sowohl in der dritten als auch in der vierten Klasse sollte in jedem Gegenstand die Möglichkeit gegeben sein, Experimente mit einer geteilten Gruppe (Klasse) durchführen zu können. - Adäquate, zu diesem Unterrichtskonzept passende Lehrerausbildung - Einführung eines Moduls Naturwissenschaften bei der Ausbildung von Volksschullehrern - Bessere Ausstattung der Schulen
Über den FCIO
Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs ist die gesetzliche Interessenvertretung der chemischen Industrie und vereinigt über 300 Mitglieder unter einem Dach. Der FCIO fördert die wirtschaftliche Entwicklung, indem er sich bemüht, die Rahmenbedingungen positiv zu beeinflussen. Er begutachtet Gesetze und vertritt die gemeinsamen Interessen seiner Mitglieder gegenüber Behörden, Politik und Öffentlichkeit. Zugleich ist der Fachverband Kollektivvertragspartner und setzt sich für die Arbeitgeberinteressen der chemischen Industrie gegenüber den Gewerkschaften ein. Energiepolitik, Forschung & Entwicklung sowie die Förderung der naturwissenschaftlichen Bildung im Interesse der gesamten chemischen Industrie zählen ebenfalls zu wichtigen Themenfeldern der Fachverbandsarbeit.  Johann Wiesinger (Präsident des Verbandes der Chemielehrer Österreichs) und Johann Pummer (Fachverband der chemischen Industire) mit Ani und Stefan beim untersuchen von Bodenproben Foto: Neumayr/MMV
Mehr zum Fachverband der chemischen Industrie Österreichs erfahren Sie unter http://fcio.at.
|