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Lucia Aronica ist Gewinnerin von FameLab Austria 2009
Montag, 06. April 2009 um 15:01 Uhr

Lucia Aronica konnte sich gegen ihre 9 MitkonkurrentInnen durchsetzen

Lucia Aronica, Doktorandin am Institut für Molekulare Biologie am Campus Vienna Biocenter, ist Gewinnerin von FameLab Austria 2009.

Die Konkurrenz war groß, das Level sehr hoch. Die Jury hatte keine leichte Aufgabe an diesem Abend im Technischen Museum Wien. Mit ihrem Vortrag "Die zwei Gesichter der RNA" deckte Aronica definitiv die drei "C"s, die bei FameLab die Bewertungskriterien darstellen, ab: Content, Clarity und Charisma. Darüber hinaus war es aber auch das schauspielerische Talent von Aronica, das die Herzen der Jury und des Publikums berührte und womit sie sich von den anderen abhob. So holte sie sich nicht nur den ersten Jurypreis, sondern auch den Publikumspreis, der mithilfe eines Applausometers ermittelt wurde.

"FameLab ist eine wichtige Initiative, um Forschungsthemen und konkrete Forschungsprojekte vielen Interessierten verständlich und zugänglich zu machen", zeigte sich Wissenschaftsminister Hahn, der die Preise überreichte, beeindruckt vom Wissen, der Fantasie und Begeisterung der jungen WissenschafterInnen. "Faszination und Neugier sind zwei wesentliche Schlüssel zu Wissenschaft und Forschung. Ich bin überzeugt, dass heute wieder einige Türen geöffnet wurden", dankte der Minister den FinalistInnen.

Der Abend wurde von Mag.a Birgit Dalheimer (Ö1) und DI Bernhard Weingartner (TU-Wien und Gewinner des Vorjahres) moderiert.

Die Gewinnerin

Lucia Aronica verglich die RNA-Interferenz, die einen natürlichen Mechanismus der Genregulation in Pflanzen, Tieren und Menschen darstellt, mit dem Dr. Jekyll und Mr. Hyde-Prinzip. D.h. neben den Genen bestimmen die Mikro-RNAs unsere individuellen Merkmale: bei Pflanzen u.a. die Blütenbildung, bei Tieren die Fellfarbe und bei uns Menschen den Herzschlag, der uns am Leben erhält. Die Gene sind demnach unsere Chips, die von den Mikro-RNAs in einer Vielzahl von Prozessen programmiert werden. "Wir alle sind nur Roboter, gesteuert von RNAs", so Aronica.

Die RNAs können aber auch medizinisch, als eine Art Schalthebel für Gene, die uns krank machen, genutzt werden. Somit hätte die RNAi das Potential, viele Krankheiten wie Krebs, Aids oder Diabetes auf der Molekularebene zu behandeln.

Die Gewinnerin zeigte sich überglücklich nach dem Finale: "Die Forschung macht mir sehr großen Spaß und mit FameLab habe ich eine tolle Gelegenheit gehabt, die farbige und spielerische Seite der Forschung der Gesellschaft näher zu bringen - vor allem um sie zu begeistern.", so Aronica. Lucia Aronica wird Österreich beim International Science Festival in Cheltenham vertreten.

Die weiteren PreisträgerInnen

"Forschung bringt Fortschritt und erleichtert uns das tägliche Leben in vielen Bereichen. FameLab beweist eindrucksvoll, wie spannend Wissenschaft(skommunikation) ist", so Wissenschaftsminister Hahn. Dies zeigte sich auch in den Präsentationen der weiteren PreisträgerInnen.

Sigrid Neuhauser vom Institut für Mikrobiologie der Universität Innsbruck erhielt mit ihrem Vortrag "Das Übel an der Wurzel - womit unser Wein zu kämpfen hat" den 2.Jurypreis. Sie beschrieb das Phänomen des Wurzelschimmels an der Weinrebe, der sich in 1 Meter Tiefe befindet und unaufhaltsam Weinreben im deutschen und bereits auch österreichischen Raum befällt.

Glücklicherweise hat die Mykologin in ihrem Forschungslabor einen natürlichen Feind entdeckt - auch ein Schimmelpilz -, der ökologisch vertretbar und nachhaltig unseren Wein retten könnte.

Werner Stadlmayr vom Institut für Physikalische Chemie der Universität Innsbruck. "Katalyse - Mitten durch statt drüber weg" bekam den 3. Jurypreis und beschrieb eindringlich die Wirkungsweise und Wichtigkeit der Katalyse und welche wichtige Rolle dabei die Oberflächen der Katalysatoren spielen.

Ranja Reda ist Gewinnerin des Ö1 Audiopreises, der bereits vorab über science.ORF.at ermittelt wurde.

Die Jury

Dr. Martin Bernhofer (Wissenschaftsjournalist & Leiter der Abteilung "Wissenschaft, Bildung und Gesellschaft", ORF Hörfunk, science.ORF.at) DI Dr. Ludovit Garzik (Geschäftsführer, RFTE) Bettina Stimeder (Ressortleiterin, Der Standard) Univ. Prof. Dr. Christoph Kratky (Präsident, FWF) Michael Lang (Chefredakteur, APA) Dr.in Gabriele Zuna-Kratky (Direktorin, Technisches Museum Wien)

FameLab Austria

FameLab ist ein internationaler Wettbewerb für WissenschafterInnen, der 2005 im Rahmen des Cheltenham Science Festivals entwickelt wurde. Seit 2007 findet der Bewerb zeitgleich in Griechenland, Kroatien, Serbien, Aserbaidschan, Rumänien, Bulgarien, der Türkei, Israel und Großbritannien statt. Eine Ausweitung auf andere europäische Länder ist geplant. Der Wettbewerb wurde vom British Council initiiert und von der Agentur für Wissenschaftskommunikation, science2public, realisiert.

Folgende Partner ermöglichen die Realisierung von FameLab Austria 2009: in Kooperation mit TMW - TU Wien - JKU Linz - TU Graz - UIBK mit Unterstützung von BMWF - FWF - RFTE - ZIT - Wien Kultur - Land OÖ - Stadt Linz - Land Stmk. - Stadt Graz - Land Tirol - Stadt Innsbruck Medienpartner APA - Ö1 - science.ORF.at - Der Standard - Falter - Universum Magazin - gotv - ScienceBlogs - uniscreen

Die Gewinnerin Lucia Aronica mit Wissenschaftsminister Johannes Hahn