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Elektro-Fahrräder zum Einstieg in die Elektromobilität nutzen
Dienstag, 25. August 2009 um 08:04 Uhr

Die Königsetappe der Österreich-Radrundfahrt haben heute, Montag, PolitikerInnen, Wirtschaftstreibende, JournalistInnen und SportlerInnen auf sogenannten Pedelecs (Elektro-Fahrräder, bei denen der Elektromotor nur beim Treten unterstützt) bezwungen. Sie sind der Einladung von Umweltminister Niki Berlakovich zum Salzburger Radgipfel am Fuscher Törl gefolgt. Die Aktion soll vor Augen führen, welche Perspektiven für Elektromobilität bestehen - zunächst für das Fahrrad, sowohl im Tourismus als auch im Alltag. Die Vorteile des Radfahrens, verbunden mit der Leistungsfähigkeit moderner Umwelttechnologien verbreitern die Einsatzmöglichkeiten des Fahrrads und können neue Zielgruppen zum Radfahren motivieren. Das E-Fahrrad ist damit Trendsetter für den Einstieg in die Elektromobilität. Nach dem Zieleinlauf standen beim "Radgipfel Salzburg" die Umsetzung des Masterplans Radfahren und Zukunftsperspektiven für das Radland Salzburg im Mittelpunkt. "In Salzburg hängen rund 2.500 Jobs am Fahrrad und die direkte Wertschöpfung beträgt über 120 Millionen Euro. Mit der heutigen Bezwingung des Großglockners mit Elektro-Unterstützung läuten wir eine neue Ära der Elektromobilität ein, die insbesondere in sensiblen Gebieten wie dem Nationalpark Hohe Tauern neue touristische Angebote für neue Zielgruppen ermöglicht, die umweltfreundlich und komfortabel die Schönheit der Natur erleben wollen." Das erklärte Umweltminister Niki Berlakovich bei einer Pressekonferenz am Großglockner.

Die Ökobilanz des Fahrrads ist beeindruckend. Es kommt ohne fossile Energie aus, verursacht weder Feinstaub, noch Stickoxide oder Treibhausgase und praktisch keinen Lärm. Wie groß das Potenzial für das Radfahren in Österreich ist, wird anhand der mit dem Auto durchschnittlich zurückgelegten Wegstrecken klar: 25 Prozent aller Autofahrten sind kürzer als zwei Kilometer - eine Distanz, die mit dem Fahrrad in 8 Minuten zurückgelegt werden kann - und 50 Prozent aller Autofahrten sind kürzer als 5 Kilometer, die mit einer 20 minütigen Radfahrt bewältigt werden könnten. Für kurze Distanzen auf das Fahrrad umzusteigen nützt aber nicht nur der Umwelt und dem Klima, auch Gesundheit und Wirtschaft profitieren.

Radfahren ist gut für die Gesundheit

Regelmäßiges Radfahren reduziert das Risiko für Herzinfarkt, Diabetes, Bluthochdruck, Krebs und Depressionen. Die WHO schätzt das Sterbe-Risiko in der Altersgruppe der 20 bis 60 Jährigen bei RadfahrerInnen um 28 Prozent geringer ein. Bei einer Verdoppelung des Radverkehrs in Österreich auf 10 Prozent, wie das im Masterplan Radfahren des Lebensministeriums angestrebt wird, wäre eine Entlastung des Gesundheitssystems um 810 Millionen Euro jährlich möglich. Für das Bundesland Salzburg wäre ein Gesundheitsnutzen von 38,8 Millionen Euro pro Jahr erreichbar.

Radfahren sichert Green Jobs und umweltfreundlichen Tourismus

Die Studie "Wirtschaftsfaktor Radfahren" von Lebensministerium und WKÖ beziffert die direkten und indirekten Wertschöpfungseffekte durch die Radwirtschaft in Österreich mit 882,5 Millionen Euro und geht von über 18.000 gesicherten Arbeitsplätzen aus. Im Bundesland Salzburg hängen über 2.500 Jobs am Fahrrad, wobei über 120 Millionen Euro vor allem durch den Mountain-Bike-Tourismus erwirtschaftet werden.

Elektro-Fahrräder (Pedelecs), wie sie heute für die Bezwingung des Großglockners eingesetzt wurden, könnten diese positive Bilanz noch verbessern. Experten erwarten für 2009 einen Absatz von bis zu 5.000 E-Fahrrädern. Diese könnten auch im Rahmen der "Nationalpark-Strategie", die zurzeit erarbeitet wird und in der die umweltfreundliche Mobilität der BesucherInnen ein wichtiges Thema ist, eine zentrale Rolle spielen. Im Salzburger Teil des Nationalparks Hohe Tauern wurden mit den vom Nationalparkzentrum in Mittersill angebotenen Elektro-Leihrädern bereits gute Erfahrungen gemacht - ein Projekt mit Zukunftspotenzial.

Das Lebensminsiterium trägt dem neuen Trend zu Elektro-Fahrrädern Rechnung und bietet 2009 Gemeinden, Betrieben, Tourismuseinrichtungen und Verbänden eine Sonderförderung für die Anschaffung von Elektro-Fahrrädern an. Pauschal gibt es einen Zuschuss von 200,- Euro, ÖkostrombezieherInnen erhalten sogar 400,- Euro pro Elektro-Fahrrad. Die Förderpauschale wurde bereits über 100 Mal beantragt.

Masterplan Radfahren will Radverkehr in Österreich verdoppeln

2006 hat das Lebensministerium als nationale Radverkehrsstrategie den "Masterplan Radfahren" vorgelegt. Dieser beinhaltet einen umfassenden Maßnahmenkatalog zur Förderung des Radverkehrs durch Bund, Länder und Gemeinden. So soll der Radverkehrsanteil in Österreich auf zehn Prozent verdoppelt werden. Das Lebensministerium bietet Städten, Gemeinden, Betrieben, Tourismus- und Freizeiteinrichtungen, Schulen sowie der öffentlichen Verwaltung zur Umsetzung des Masterplans Radfahren Beratungs- und Förderprogramme an. Bislang wurden 11,8 Millionen Euro für Radverkehrsprojekte von der Radverkehrsplanung bis zur Errichtung von Infrastruktur eingesetzt, die ein Investitionsvolumen von 48 Millionen Euro ausgelöst haben. Voraussetzung ist, dass die Maßnahme eine CO2-Einsparung bewirkt. 133 Gemeinden, Schulen, Betriebe, Verwaltungen und Tourismuseinrichtungen sparen derzeit mit ihren Radprojekten jährlich über 49.000 Tonnen CO2.

Salzburg baut Radinfrastruktur aus und fördert Elektro-Fahrräder

Das Bundesland Salzburg verfügt über ein ausgebautes Radwegenetz von 650 Kilometern Länge. Bis 2015 sollen weitere 100 Kilometer dazukommen, wobei das Land Salzburg als klima:aktiv Projektpartner des Lebensministeriums 900.000 Euro aus dem Klima- und Energiefonds für dieses mehrjährige Ausbauprogramm erhalten hat und rund 7,5 Millionen Euro in die Radverkehrsförderung stecken wird. Darüber hinaus fördert das Land Salzburg den Kauf von Elektro-Fahrrädern. Ökostrombezieher erhalten 500,- Euro, alle anderen 400,- Euro.

Sicherheit steht auf Radwegen des Landes Salzburg an erster Stelle. Im Rahmen der Initiative "Gib 8!" wurde das gesamte Radwegenetz abgefahren und mögliche Gefahrenstellen entschärft. Als Vorreiter in Sachen Radverkehrsförderung gilt Salzburg nicht zuletzt wegen seiner ausgezeichneten Radweg-Beschilderung, Fahrradboxen am Hauptbahnhof und mobilen Fahrradständern für Großveranstaltungen. Wichtigster Schritt zur Steigerung des Radverkehrsanteils in der Stadt Salzburg war die Schaffung durchgehender und kreuzungsfreier Radwege an beiden Salzachufern mit Unterführungen bei den Salzachbrücken. Sie bilden heute das Rückgrat des städtischen Radwegenetzes.

"Wadel mit!" vom Neusiedlersee zum Bodensee

Mit dem Aufruf ,Wadel mit!' will Umweltminister Niki Berlakovich die Vorteile des Fahrrads als schnellstes innerstädtisches Verkehrsmittel, das noch dazu umweltfreundlich und gesund ist, bekannter und erfahrbar machen. Im Rahmen seiner Radfahroffensive "Österreichs Wadeln radeln!" bietet der Minister dazu bei Radgipfeln in allen Bundesländern eine ideale Informations- und Beratungsplattform an.

Nächste Stationen:
- 9. September 2009 - Radgipfel Oberösterreich
- 11. September 2009 - Radgipfel Vorarlberg


v.l.n.r.: Niki Berlakovich (Umweltminister) - Glocknerkönig mit dem Pedelecs, Fotos: Niko Formanek . (Foto: Lebensministerium/Formanek)