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Der Diskrepanz zwischen der statistisch erhobenen Wunsch-Kinderzahl und der Wirklichkeit widmet sich die 29. Familienministerkonferenz des Europarates in Wien. Es geht dabei um die Tatsache, dass sich die Europäerinnen und Europäer mehr Kinder wünschen, als sie tatsächlich bekommen, und zwar in allen Ländern und unabhängig von der Größe der Wunschzahl. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz widmete sich die Stellvertretende Generalsekretärin des Europarates, Maud de Boer-Buquicchio, der Rolle ihrer Organisation: Der Europarat fördert humanitäre Rechte, und dazu gehöre auch die Freiheit der Entscheidung über die Zahl der Kinder. Es gebe aber Anlass zur Sorge, dass der Rückgang der Geburtenzahlen auf Ursachen in fehlender Gleichbehandlung der Geschlechter, einem kinderfeindlichen Klima und nicht zuletzt auf ökonomischen Problemen beruhe. Die Konferenz habe es sich daher zur Aufgabe gemacht, all diese Problemfelder zu analysieren und auch zu untersuchen, worin sich die Länder mit höheren Geburtenraten von jenen mit niedrigeren unterscheiden.
Christine Marek: Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist die zentrale Herausforderung
Für Christine Marek, Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend, zählt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu den wichtigsten Herausforderungen der österreichischen und sicherlich auch der europäischen Familien- und Wirtschaftspolitik. "Die Politik soll aber auch dazu beitragen, das für diese Vereinbarkeit nötige Verantwortungsbewusstsein in der Wirtschaft zu stärken. Eine familienbewusste Personalpolitik muss auch im Interesse der Unternehmen sein, denn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die wichtigste Ressource in den Betrieben", so Marek. Angesichts der demographischen Entwicklung werde es zur wichtigen Aufgabe für die Wirtschaft, den Frauen entsprechende Arbeitsbedingungen zu bieten, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen. Dazu gehören nicht zuletzt auch die Entwicklung von Karriereplänen für Frauen, die Besetzung von Fachbereichen und Positionen, in denen Frauen bisher kaum vertreten waren und die persönliche und fachliche Qualifizierung von Frauen für Führungsaufgaben. Grundsätzlich müsse Familienfreundlichkeit in den Betrieben aber zur Selbstverständlichkeit werden, zum Beispiel durch familienfreundliche Unternehmensführung oder durch Flexibilität in der Arbeitsorganisation.
Daneben, so Marek weiter, müsse der Staat die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen bereitstellen. Da sei Österreich mit Familienleistungen von mehr als 6 Milliarden Euro aus dem Familienlastenausgleichsfonds - wie etwa der Familienbeihilfe, dem Mehrkindzuschlag und dem Kinderbetreuungsgeld in mehreren Bezugsvarianten - sowie dem Maßnahmen-Mix des Familien-Steuerpakets in Höhe von 510 Millionen Euro sehr gut unterwegs.
"Junge Menschen in Österreich und in Europa brauchen unsere tatkräftige Unterstützung bei der Realisierung ihres Kinderwunsches. Denn die Zukunft der Familien ist auch die Zukunft der Unternehmen, beide sind nämlich existentiell aufeinander angewiesen. Familie und Beruf darf in Zukunft kein Widerspruch und der erfüllte Kinderwunsch kein Karrierehindernis mehr sein. Wir müssen daher einerseits das Arbeitskräftepotenzial der Frauen mobilisieren, und andererseits die Väter ermutigen, ihre Rolle in der Kindererziehung intensiver wahrzunehmen", betonte die Staatssekretärin abschließend.
 Die Delegationsleiter/innen der Staaten des Europarates bei der 29. Familienministerkonferenz im Austria Center Vienna. Vorne in der Mitte die Stellvertretende Generalsekretärin des Europarates, Maud de Boer-Buquicchio, rechts neben ihr Bundespräsident Heinz Fischer, dann Wirtschafts- und Familienminister Reinhold Mitterlehner und Staatssekretärin Christine Marek (Foto: HBF/Hartl)
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