| Demenz ist Hauptgrund für Pflegebedürftigkeit - Hilfswerk startet Initiative |
| Dienstag, 21. April 2009 um 10:04 Uhr |
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Spezialist Psota: Mehr als 80% der Demenzerkrankungen bleiben unbehandelt, weniger als 5% befolgen die richtige Therapie
Die Auswirkungen von Demenz im Alltagsleben sind dramatisch: So ist es zum Beispiel für 87,9% der leicht an Demenz erkrankten Menschen bereits unmöglich den Lebensmitteleinkauf selbst zu tätigen, bei mittlerer Demenz trifft dies auf 94,1% der Menschen zu. 23,8% der Menschen mit leichter Demenz finden sich außerhalb der Wohnung nicht mehr zurecht, für 73,5% mit mittlerer Demenz ist dies unmöglich. Selbst telefonieren können 21,1% der Personen mit leichter Demenz nicht mehr, für 58,8% der Menschen mit mittlerer Demenz ist dies unmöglich. Somit ist auch offensichtlich, warum der Pflege- und Betreuungsaufwand für demenzkranke Menschen besonders hoch ist. Dennoch gibt es zu wenig Wissen um die Krankheit und zu wenig Therapie. "Die Krankheit und deren Auswirkungen werden dramatisch unterschätzt!", sagt Hilfswerk-Präsident Othmar Karas, der auch eine Parallele zur Bildungsdebatte zog: "Mehr Wissen bedeutet weniger Leid für die Betroffenen und viel weniger Belastung für die Angehörigen und die Allgemeinheit!" Demenz-Spezialist Georg Psota präsentierte weitere schockierende Zahlen: "Man kann davon ausgehen, dass weniger als 20% der Demenzerkrankungen richtig diagnostiziert und behandelt werden. Selbst von den richtig therapierten Patienten nehmen nach einem Jahr weniger als 5% noch ihre Medikamente.", so Psota. "Dabei könnte bei richtiger Therapie mit den richtigen Medikamenten viel Lebensqualität erhalten bleiben!", ist Psota überzeugt. Um die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, startet das Hilfswerk auch eine Informationsoffensive mit nützlichen Service-Broschüren, die man kostenlos bestellen kann: Tel. 0800 800 820 oder Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. . Beratung gibt es auch bei der Hilfswerk Family Tour, die am Donnerstag, den 23.4., in Klagenfurt gestartet wird. In Kooperation mit Fachärzten führt das Hilfswerk aber auch geeignete Maßnahmen durch, um den Grad der Diagnose und Therapie zu heben. Dazu liefert das Hilfswerk den Fachärzten eigens dafür entwickelte, innovative Erhebungsbögen, mit welchen ein Demenzverdacht bei Kunden auf freiwilliger Basis systematisch ermittelt wird. Auf diese Weise konnten Fachärzte in einem Pilotprojekt bereits 65 PatientInnen mit Demenz einer geeigneten Therapie zuführen. "Wir haben derzeit eine Trefferquote von 85%!", ist Monika Gugerell, fachliche Leiterin Gesundheit, Familie und Soziales im Hilfswerk Österreich stolz. "Der Demenzverdacht des Hilfswerk-Pflegepersonals ist also sehr oft von den Fachärzten bestätigt worden.", so Gugerell abschließend. Weitere Informationen: www.hilfswerk.at |
