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IT- und Medizintechnik sind die Schlüsseltechnologien für optimale Patientenbetreuung und weniger Kosten im Gesundheitswesen. Die weltweit agierende Initiative "Integrating the Healthcare Enterprise (IHE)" setzt sich für eine globale Interoperabilität von IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie) im Gesundheitswesen ein und holt Anwender und Hersteller für ein gemeinsames Ziel an einen Tisch. Einmal im Jahr veranstaltet die IHE in Europa, Asien und Nordamerika den sogenannten Connectathon. Dabei testen die Hersteller ihre Systeme untereinander und bereiten sie auf den Praxiseinsatz vor. Seit November 2007 ist die IHE auch in Österreich mit einem eigenen Verein vertreten. Gemeinsam mit der Fachhochschule Technikum Wien organisiert die IHE-Austria heuer von 20.-24. April erstmals den Test-Marathon für IT-Systeme in Wien.
IHE praxisnah und live erleben
Im Rahmen des diesjährigen Connectathon treffen Hersteller medizinischer Software sowie medizintechnischer Geräte und Anwender derartiger Systeme aus der ganzen Welt zusammen und bieten umfassende Begleitworkshops sowie erstmalig auch Show Cases an. Dazu DI Dr. Alexander Schanner, Vorstandsmitglied der IHE-Austria: "Die Teilnehmer haben die einmalige Gelegenheit, die Integration von IT-Systemen und Medizintechnik praxisnah und live zu erleben. Der Connectathon ist ein einzigartiger Event, wo Hersteller und Anwender, hauptsächlich Ärzte, gemeinsam aktiv sind".
Die Begleitworkshops bieten einen Überblick an internationalen, nationalen und regionalen Vernetzungsprojekten im Gesundheitswesen auf Basis von IHE. Die Show Cases zeigen an Hand von realen IT-Systemen aus dem Gesundheitswesen sowie echter Ultraschallgeräte, wie einfach der Informationsaustausch zwischen diesen Systemen zum Nutzen der Patienten bewerkstelligt werden kann. Dabei wird sowohl der innerorganisatorische Datenaustausch - also etwa zwischen einer Ambulanz und der Radiologie in einem Krankenhaus - als auch der überorganisatorische Datenaustausch - wie zwischen mehreren Krankenhäusern auch in unterschiedlichen Bundesländern und den niedergelassenen Haus- und Fachärzten - demonstriert. "Wir zeigen, dass der reibungslose Datenaustausch in der Medizin zwischen verschiedenen Systemen und Geräten der unterschiedlichsten Hersteller keine Illusion, sondern dank IHE zur alltäglichen Realität geworden ist. Durch die konsequente und optimale Anwendung von internationalen Standards werden aus Schnittstellen im Gesundheitswesen Nahtstellen und eine optimierte Funktion der Abläufe im Zuge von Diagnose und Therapie ist garantiert. So werden medizinische Daten - wie etwa Befunde - behandelnden Ärzten zum Nutzen der Patienten bereitgestellt und Systeme kompatibel und somit beliebig austauschbar gemacht. Diese Austauschbarkeit von Systemen und Geräten bietet den Anwendern wie Ärzten und Krankenhäusern höchstmöglichen Investitionsschutz und öffnet den Herstellern den gesamten internationalen Markt", erläutert das Vorstandsmitglied der IHE-Austria. "Was für die Computer- und Multimedia-Welt der USB-Stecker ist, ist für die Informationstechnologie im Gesundheitswesen IHE", bringt es Schanner auf den Punkt.
IHE-Europe ermöglicht Mitarbeit an Projekten der EU-Kommission
"1999 wurde die IHE von einer Handvoll enthusiastischer Radiologen und IT-Spezialisten ins Leben gerufen. Die Entwicklung war Anfangs sehr USA-lastig. Doch nach kurzer Zeit gab es immer mehr Interessenten aus Europa, und bereits 2000 wurde die IHE-Europe gegründet. Der erste europäische Connectathon fand 2001 in Paris statt", skizziert DI Peter Künecke, CoChair-Vendor von IHE-Europe, die ersten Jahre der Initiative in Europa. Die IHE-Europe ist allerdings erst seit April 2008 als offizielle Institution nach europäischem Recht in Brüssel angemeldet. Diese offizielle Organisationsform erlaubt es ihr, auch an Projekten der EU-Kommission mitzuarbeiten.
Den Nutzen des europäischen Vereins legt Künecke klar dar: "Die IHE-Europe ist notwendig, da sie eine Verbindung zur Europäischen Kommission herstellt und die verschiedenen Staaten Europas mit ihren sehr unterschiedlichen medizinischen Verwaltungen, Datenschutzrichtlinien und Sprachen vernetzt. Sie fungiert als zentraler Koordinator für die EU-Staaten mit nationalen IHE-Organisationen. Die IHE-Europe entwickelt zudem Test-Tools mit weltweiten Kooperationspartnern, stellt eine Eingangstür für viele Hersteller in den internationalen Markt dar und bietet mehr Auswahl für die Anwender. Darüber hinaus unterstützt sie die Gründung nationaler IHE-Organisationen und die Organisation des europäischen Connectathon".
Die FH Technikum Wien vernetzt Gesundheitswesen und Wissenschaft
"Die FH Technikum Wien setzt sich seit Jahren für die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens aus technischer Sicht ein und hat an der Gründung des Vereins IHE-Austria mitgewirkt", beschreibt Gabriele Költringer, Geschäftsführerin der Technikum Wien GmbH, das Engagement der Fachhochschule für IHE. Ein Beispiel für die Arbeit der FH in diesem Bereich ist die Leitung des Arbeitskreises "Interoperabilität-Standardisierung" im Rahmen der e-health-Initiative. Die Ergebnisse sind in die Empfehlung für die Architektur der österreichischen Gesundheitsakte eingeflossen.
"Unser Ziel ist, dass unsere Absolventinnen und Absolventen einerseits am neuesten Stand der Technik ausgebildet werden und damit ihr Wissen professionell in der medizinischen Informationsverarbeitung einsetzen. Andererseits sehen wir unsere Aufgabe darin, Gesundheitswesen und Wissenschaft zu vernetzen. Die Interoperabilitätsveranstaltung Connectathon, die wir gemeinsam mit der IHE-Europe und IHE-Austria organisieren, ist eine ideale Plattform dafür", erläutert Költringer abschließend.
Über Integrating the Healthcare Enterprise (IHE)-Austria IHE-Austria ist eine nationale Organisation von IHE. Ziel der in Österreich als Verein organisierten Initiative ist die Forcierung der Integration von IT- und Medizintechnik im Gesundheitswesen. Dabei arbeiten Experten, Anwender, Hersteller und Interessenvertretungen in einem kontinuierlichen Prozess zusammen, um durch die konsequente Anwendung von anerkannten internationalen Standards eine lückenlose Interoperabilität von IT-Systemen zu erzielen und damit die Qualität und Effizienz im Gesundheitswesen zu steigern.
Über die Fachhochschule Technikum Wien
Mit derzeit über 2.000 AbsolventInnen und mehr als 2.500 Studierenden sowie 11 Bachelor- und 16 Masterstudiengängen ist die FH Technikum Wien der größte Fachhochschul-Anbieter für technische Studien in Österreich. Das wissenschaftlich fundierte und gleichzeitig praxisnahe Studienangebot ist vielfältig und individuell kombinierbar. Die Studiengänge werden in Vollzeit- und/oder berufsbegleitender Form angeboten. Neben einer qualitativ hochwertigen technischen Ausbildung wird an der FH Technikum Wien auch großer Wert auf Sprachausbildung sowie wirtschaftliche und persönlichkeitsbildende Fächer gelegt. Sehr gute Kontakte zu Wirtschaft und Industrie eröffnen den Studierenden bzw. AbsolventInnen beste Karrierechancen. Die FH Technikum Wien wurde 1994 gegründet und erhielt im Jahr 2000 als erste Wiener Einrichtung Fachhochschulstatus. Sie ist ein Netzwerkpartner des Fachverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI).  v.l. DI Dr. Alexander Schanner (Vorstandsmitglied der IHE-Austria), Gabriele Költringer (Geschäftsführerin der FH Technikum Wien GmbH), DI Peter Künecke (CoChair-Vendor von IHE-Europe) Foto: APA-OTS/Schedl/FH Technikum Wien
Fachhochschule Technikum Wien: www.technikum-wien.at
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